Die Böhmerwaldgemeinde Kvilda (deutsch Außergefild) gehört zu den bedeutendsten Urlaubsorten im Böhmerwald und ist zugleich die höchstgelegene Gemeinde Tschechiens (1065 m), inmitten der wunderschönen Böhmerwaldebenen. Wo heute Kvilda liegt, gab es früher nur einen schwer durchdringlichen Grenzwald, der die natürliche Grenze zwischen Böhmen und Bayern bildete. Die erste schriftliche Erwähnung mit dem Ortsnamen stammt aus dem Jahr 1345. Großen Einfluss auf die Besiedlung hatten die Handelswege. Der Obere Goldene Steig, auch Bergreichensteiner Steig genannt und von der königlichen Burg Kašperk (Karlsberg) geschützt, diente dem Handel ab 1366. Er verband Passau über Salzgattern, Freyung und Kvilda mit Kašperské Hory (Bergreichenstein). Karl IV. ließ diesen wichtigen Handelsweg 1356 abstecken.
„Es gibt keine schönere Schönheit als den Böhmerwald am Ende des Spätsommers. Das Wetter ist beständig, die Luft rein, nicht so feucht wie sonst. Das Gras wuchert, grünt und gilbt zugleich, und die Spinnweben, die es durchziehen, glänzen, als wären sie aus reinem Silber gewebt. Die Fichtenwälder wölben sich dicht und unabsehbar, schwarz in der Nähe, blau in der Ferne, und baden im Glanz der Sonne, die von einem leichten, flimmernden Schleier umwoben ist.
Hier zarte, kaum merkliche Töne, dort schroffe Gegensätze von gleißendem Licht und tiefen Schatten, Helle und Dämmerung, Tag und Nacht, alles nebeneinander, alles verschmilzt, geht auseinander und verbindet sich wieder. Wo die Natur Laubbäume – Buchen, Birken, Ahorne – unter die dunkelgrünen Föhren gestreut hat, erglüht der Wald in unsagbar bunter Pracht. Die Buchenblätter erröten in allen Schattierungen von Rot, brennen purpurn, feurig und karminrot; es scheint, als wüchsen aus den alten weißgrauen Stämmen Rosen; weiße Birken säumen mit Silber die Moore, auf denen bläulich-grüne Latschen wachsen, und zaubern glänzende Streifen auf die mit grauen Felsblöcken übersäten Hänge; das in allen Tönen gilbende breite Laub der Ahorne vollendet diese Farbenpracht…“
Karel Klostermann